Bienengarnelen

FAQ - Häufig gestellte Fragen

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Autor - Jürgen Mörs / August 2011

Sollte ich mein Wasser aufbereiten, oder ist Leitungswasser bedenkenlos zu verwenden ?

Da sich hier die Meinungen spalten, kann man dennoch behaupten das sich bei vielen Züchtern die vorherige Aufbereitung des Wassers über eine Osmoseanlage oder einer Teil.- bzw. Vollentsalzungsanlage und dem im nachhinein Aufhärten des so gewonnenen Wassers mit verschiedenen Mineralprodukten positiv entwickelt hat. Jeder Züchter hat so sein eigenes Patent in der Aufbereitung für sein Wasser entwickelt. Sicher gibt es auch Züchter die ausschließlich auf Leitungswasser zurückgreifen und darauf schwören so bestes Wasser seinen Pfleglingen zu liefern. Dennoch hält der Autor eine vorherige Aufbereitung des Wassers in einigen Punkten von großen Vorteil. Durch die vorherige Aufbereitung entgeht man der Gefahr, dass Veränderungen der hiesigen Wasserwerke zu seinem Wasser nicht unerkannt in ein Aquarium fließen kann. Je nach Ortschaft gelangt auch Dünger der Landwirtschaft ins Grundwasser und letztlich ins Aquarium. Weiter kann das Trinkwasser noch weitere Schadstoffe auf dem Weg ins Aquarium aufnehmen. Kupferne Rohrleitungen oder ältere Boiler haben bedenkliche Mengen an Kupfer. Diese Mengen an Kupfer werden in das stehende Wasser der Rohrleitung abgegeben und können "unerkannt" so fatale Folgen auf die Garnelen haben. Daher sollte man bei Kupferrohren oder älteren Boilern mit Kupferspiralen erst einige Liter Wasser aus der Leitung ablaufen lassen. Gerne werden auch Gartenschläuche an den Wasserhahn angeschlossen um so ein Aquarium wieder mit Frischwasser zu befüllen. Diese PVC-Schläuche können aber bedenklich hohe Weichmacher enthalten, der sich im stehenden Wasser lösen kann. Auch hier sollte der Schlauch erst etwas gespült werden. Oft wird auch das Trinkwasser von den Wasserwerken stark gechlort und bei dem kleinsten Anzeichen eines Chlorgeruchs sollte das zu verwendende Wasser einige Zeit abstehen. Aber auch eine starke Belüftung treibt das Chlor aus und nach einem Tag ist dieses Wasser einsetzbar. Aus diesen genannten Problemen hat sich eine Wasseraufbereitung schon sehr bewährt, um eventuell befindliche Schadstoffe vom Trinkwasser bzw. dem gewonnenem Reinstwasser vorab zu trennen. Letztlich muss aber jeder Züchter herausfinden was er seinen Garnelen bieten möchte, den nicht zuletzt ist auch eine Aufbereitung seines Wassers mit einigen Kosten verbunden, dennoch kann es sich durchaus auszahlen.

Brauche ich eine Heizung im Aquarium für Bienengarnelen ?

Nein, diese ist nicht nötig. Bienengarnelen stammen aus einer warmgemäßigten Klimazone mit durchschnittlichen Wassertemperaturen der Habitat Gewässer von ca. 15°C - 30°C im Jahresverlauf. Daher entspricht eine Raumtemperatur durchaus den Bedingungen der Natur. Temperaturschwankungen über das Jahr im Aquarium sind zudem sehr förderlich für das Wohlbefinden und die Häutung seiner Bienengarnelen. Wie in der Natur durchlaufen die Bienengarnelen so eine weit annähernde artgerechte Pflege in der die Häutung auch eine Rolle spielt. Durch kühlere Temperaturen im Aquarium stellen die Bienengarnelen meist die Vermehrung ein und der Stoffwechsel verlangsamt sich sowie der Häutungsabstand wird vergrößert. Höhere Temperaturen führen zu einem höheren Stoffwechsel und der Vermehrungsprozess erhöht sich wieder. Bei zu hohen Temperaturen im Aquarium, gerade in den Sommermonaten ist zu beachten, dass eine zusätzliche Sauerstoffversorgung gewährleistet werden sollte. Setzt man so seinen Garnelen diesen Schwankungen in der Pflege aus, erhält man gesunde und vitale Bienengarnelen.

Kann man Bambuslaub im Garnelenaquarium verwenden ?

Bambuslaub ist ein optimales geeignetes Laub für ein Garnelenaquarium. Man sollte von dem Mythos, dass Bambuslaub "Blausäure" enthält mal wegdenken und sich mehr auf Aminosäuren konzentrieren. Diese ist in Bambuslaub neben Mineralien und Spurenelemente reich enthalten. In den Habitaten der Bienengarnelen oder den Fundorten zu den Bachläufen der Caridina trifasciata gibt es sehr viele Vegetationen von Bambuslaub.

Ist Walnusslaub als Futter für Garnelen geeignet ?

Unbedingt, bei vielen Züchtern und auch in meiner Anlage ist Walnusslaub der Renner als zusätzliches Futter für Garnelen. Sehr gut geeignet ist jenes Falllaub im Herbst das fungizide und antibakterielle Eigenschaften besitzt. Indirekt dient das Walnusslaub den Garnelen als Nahrung. Das Laub zersetzt sich im Aquarium (im Wasser). An diesem Zersetzungsprozess sind Mikroorganismen beteiligt und diese werden von den Garnelen abgeweidet. Daher ist Walnusslaub auch sehr gut für Junggarnelen als Weideplatz bestens geeignet.

Man kann aber auch in den Sommermonaten frische Laub direkt von einem Walnussbaum pflücken. Frisches Laub sollte nur mäßig, also nicht zuviel mit losen Blättern im Aquarium dosiert werden. Nach einer Trocknung von einigen Tagen in der prallen Sonne, zB. in einem Wäschesack, ist das trockne Laub so gut für Garnelen geeignet. Wer möchte falls das Laub direkt im Aquarium sinken soll, der überbrüht es kurz mit kochendem Wasser. Frisches Walnusslaub ist reich an Vitamin C und Gerbstoffen.

Wie füttere ich Bienengarnelen weitgehend artgerecht ?

Pflegt man ausschließlich Wirbellose, wie Garnelen und Schnecken in einem Aquarium und übersteigt die Population nicht den vorhandenen zu Verfügung stehenden Raum (Aquarium), muss man nicht zwingend auf handelsübliche Produkte zurückgreifen. Dennoch sollte man für organisches Material sorgen, dass den natürlichen Fressgewohnheiten der Garnelen sehr nahe kommt. Garnelen sind Detritusfresser und das bedeutet das sich Garnelen vorzugsweise von sich zersetzendem organischem Material, sowie jenen Mikroorganismen die unmittelbar am Abbau tätig sind, ernähren. Abgestorbenes Pflanzenmaterial sollte daher nicht aus dem Aquarium entfernt werden. Sich zersetzendes Laub kann bis zum völligen Abbau (auch das Gerippe) im Aquarium verweilen. Kleine getrocknete Stücke von Ästen schaffen automatisch für organisches sich langsam zersetzendes Material. Entstehender Mulm sollte teils im Aquarium bleiben. Mulm (Detrius) dient nicht nur den Adulten Garnelen sondern auch den Junggarnelen, denn auch hier dienen die sich am Abbau beteiligten Mikroorganismen als Nahrung. Daher finden Garnelen eigentlich genügend Fressbares in einem gut eingefahrenem Aquarium. Ein Zufüttern mit handelsüblichen Produkten ist nur dann sinnvoll wenn die Populationsdichte enorm zunimmt und die Garnelen den vorhandenen Weideplatz (kompletter Raum eines Aquariums) schon abgegrast haben. Letztlich liegt es aber an jedem selber hier täglich zuzufüttern, aber wie bei allem. "Weniger" ist manchmal mehr.

Anders sieht es in einem sogenannten Zuchtaquarium aus. Hier können schon einmal hunderte Garnelen in zB. 50 Liter Aquarien leben. Durch die ständige Aktivität der Garnelen immer auf der Suche nach Fressbarem, sollten Garnelen zusätzlich gefüttert werden. Hier kann man dann nach Herzenslust alle gängigen Futtersorten ausprobieren die der Handel bereit hält um zu erfahren, welches die Garnelen letztlich mögen.

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